Mittwochgespräch: Zur Aktualität eines Totgesagten

Ein Blick auf Karl Marx nach den Geburtstagsfeiern
26. September 2018 18:00 Uhr

Mit Prof. Dr. René Buchholz (Bonn)

 

„Karl Marx ist tot, Jesus lebt“, jubelte 1989 der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm in Danzig. So mutig konnte man sein, weil die Agonie des ‚real existierenden Sozialismus‘  vorüber war und die Ärzte den Totenschein ausgestellt hatten. Nach seinem Ableben legte man als Beigabe das Werk Marxens gleich mit ins Grab – sicher ist sicher. Indessen zeigten sowohl die Krise von 2007/08, als auch die wachsende Ungleichheit in den westlichen Gesellschaften und der zunehmende Druck auf den Lohnabhängigen, dass die Probleme, die Marx benannte, keineswegs gelöst sind. Das Unbehagen daran, bloßes Objekt und Anhängsel der wirtschaftlichen und politischen Apparatur zu sein, wächst. Nach wie vor gilt, dass „der Produktionsproceß die Menschen, der Mensch noch nicht den Produktionsproceß bemeistert“. Von der Lösung dieses Problems aber hängt die Zukunft der modernen Demokratien und unserer Freiheit ab.

 

Professor Dr. René Buchholz, Jahrgang 1958, studierte Katholische Theologie, Philosophie und Pädagogik für das Lehramt in Bonn. Von 1990 bis 1991 arbeitete Professor Buchholz zunächst als hauptamtlich-pädagogischer Mitarbeiter beim ASG-Bildungsforum in Düsseldorf. 1991 erfolgte die Promotion im Fach Fundamentaltheologie an der Universität Bonn. Nach einer hauptamtlich-pädagogischen Mitarbeit beim Katholischen Bildungswerk Köln wurde Professor Buchholz im Jahre 1996 im Fachbereich Fundamentaltheologie habilitiert. Nach Lehrtätigkeiten in Bonn und Köln erfolgte 2011 die Ernennung zum Außerplanmäßigen Professor.

 

3 Euro


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