Zuspiel (bis 7. Juni)

Eine Ausstellung von Bernd Mechler
15. März 2019 19:00 Uhr bis 7. Juni 2019 18:00 Uhr

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Dem Konzept für diese Ausstellung liegt ein spielerisches Element, ein Zuspiel zu Grunde. Die Bilder von Bernd Mechler zeichnen sich durch seine auf die Fläche gebannten ungegenständlichen Erfahrungsräume aus. Sie sind weniger auf ein visuelles Zentrum hin fixiert, als auf eine umfangreiche Wahrnehmung verschiedener Bildebenen und Formen, die teils miteinander agieren, teils sich gegenläufig behaupten. Mit der Idee, eine Reihe von überwiegend großformatigen Monotypien für diese Ausstellungssituation zu schaffen, erweitert Mechler sein Œuvre um ein künstlerisches Verfahren. Den mit aufwendigem planerischem Kalkül geschaffenen Ölmalereien stellt er bedruckte Papierarbeiten zur Seite, die dem Zufall einen größeren Platz gewähren. Viele Exponate entstanden im Vorfeld der Ausstellung und gehen auf die spezifische räumliche Situation der Ausstellungsfläche des Maxhauses ein. Der Eintritt zur Vernissage wie auch zur Ausstellung ist frei. Informationen im Foyer des Maxhauses sowie unter Tel. 0211-90 10 252.

 

Das Schaffen von Monotypien gilt als ein ursprüngliches Druckverfahren. Auch der Abdruck einer eingefärbten Hand auf einer neolithischen Felswand ist eine Monotypie. Andererseits kann man in dem Vorgang einer „Einmalverfielfältigung“, die unsere Vorstellung vom Drucken, als eine Vervielfältigungstechnik konterkariert, auch einen untergründigen Bezug zu unserem Umgang mit digital gespeicherten Bildern vermuten. Dem digitalen Bild, das kein Original mehr besitzt, das also nur noch als Duplikat eines Duplikates existiert, steht hier die Einmaligkeit eines gedruckten Bildes gegenüber. Mechler erinnert daran, dass der Druck nicht ursprünglich einer Vervielfältigung dient, sondern eine Ausdrucksmöglichkeit für sich ist.

 

Über die Monotypien hinaus interessiert sich Mechler weniger für die Formen an sich, sondern für die Beziehungen zwischen ihnen. Kontextualität ist ihm wichtiger als das Herausarbeiten statischer Bildelemente. Natürlich bedarf es derer auch, um das Bild zu fassen und nicht in seine Einzelteile zerfallen zu lassen. Aber Mechler schafft einen filigranen, fast unsichtbaren Halt, um gleichsam Bilder zu malen, die in Bewegung sind. Dazu ist ein aufwendiger planerischer Prozess vonnöten, für den die Ölfarbe mit ihrem spezifischen Trocknungsverhalten unabdingbar ist.

Aber man sollte sich nicht täuschen lassen: die Farbigkeit, das Glanzverhalten der verschiedenen Schichten, ihre Pastosität - das alles spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in Mechlers Malerei.

Sie ist nicht auf Analyse beschränkt, sondern lässt Raum für die Lust am Medium und für einen spielerischen Umgang mit ihr.

 

Bernd Mechler (geboren 1958), studierte von 1983 bis 1991 an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschüler bei Dieter Krieg. Er hatte zahlreiche Ausstellung im In- und Ausland und lehrte an verschiedenen Akademien und Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Seit 2007 ist er Dozent für Malerei an der Freien Akademie der Bildenden Künste Essen. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.


Eintritt frei


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